Leben auf der Farm
![]() Hier endet die Pipeline, aus der auch die Schule das Wasser bezieht. Mit einem dicken Schlauch wird es in das Sammelbecken geleitet. |
![]() Nachmittags ist hier viel Betrieb, alle Nachbarn schöpfen ihre Kanister voll Wasser. |
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Nachtrag 2007 Die Launen des Wetters haben es möglich gemacht: Das kürzlich von Marc Stein, einem Freund Kombos, erstellte Foto zeigt, wie heute, knapp eineinhalb Jahr später,das Staubecken aussieht. Mehrere ergiebige Regenzeiten haben inzwischen dafür gesorgt, dass das Auffangbecken bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist und damit die Bewässerung der Felder für einen längeren Zeitraum sichergestellt ist, ein großer Erfolg für die Farmer! |
Was macht man nun als Europäerin so den ganzen Tag auf einer kenianischen Farm? Arbeit gibt es genug: Draußen auf einem provisorischen Gestell liegt das Geschirr von vielen Personen, man trocknet es ab und packt es in Plastikschüsseln, Schränke gibt es nicht. Man kümmert sich um die Kinder. Die kleine Ursula Nyamvula, mein Patenkind, ist mit 16 Monaten noch sehr mutterabhängig, sprechen kann sie noch nicht, da bleibt nicht viel zu tun. Der kleine Winston Kombo dagegen ist mit sechs Jahren ein aufgewecktes Bürschchen, nach dem gerade beendeten ersten Schuljahr spricht er schon fließendes Englisch und kann es sogar recht gut lesen. Ich erzähle ihm viel, von Deutschland, vom Mond und den Sternen, und alles interessiert ihn brennend. Er erzählt mir von den Hühnern, die während der Zeit der Maisaussaat an den Beinen angebunden werden, damit sie die Saat nicht aufpicken. Er fängt mir Frösche, die ich sehr toll finde.
![]() Der kleine Kombo, mein ganz besonderer Freund. |
![]() Der große und der kleine Kombo, Sidi mit dem Baby sowie ein Nachbarskind. |

![]() Die Hühner sollen auf Dauer während der Maisaussaat im Stall bleiben, deshalb wird das alte Gebäude hier repariert. |
![]() Eine kräftige Frau schrotet den Mais, der später zum Mahlen zum Müller gebracht wird. |
Vieles liegt in der Dorfgemeinschaft noch im Argen. Die Verkehrsanbindung ist völlig unzureichend.
Der Lorry der Pastorenfamilie, damals das einzige Fahrzeug in der Umgebung, ist inzwischen
zusammengebrochen. Wer heute nach Mombasa will - und das ist die einzige Einkaufsmöglichkeit -
muss den Omnibus um 5 Uhr morgens nehmen, den einzigen am Tag. Er klappert alle Dörfer ab und ist beladen
mit allem nur Denkbaren; wer seine Feldfrüchte auf dem Markt verkaufen will, muss ihn
benutzen.
Die Armut zeigt sich in Häusern und Hütten: Man besitzt nur das Notwendigste, Betten, mal einen uralten Tisch,
ein paar Stühle oder Hocker, gegebenenfalls noch klapperige Sessel, und das war es schon. Zum Kochen hat man einen
Kerosinkocher oder einen Gaskocher mit Gasflasche, so wie auf dem Campingplatz, aber das ist schon großer Komfort,
viele schleppen Holzbündel herum, die man an den Landstraßen für ein paar Cent
kaufen kann. Da es keine Elektrizität gibt, braucht man auch keine Elektrogeräte,
alles wird per Hand erledigt. Z.B. Cashewnüsse werden am Feuer geröstet bis sie schwarz sind wie Holzkohle.
Anschließend schlägt man sie mit Steinen in Stücke, sodass der Kern herausfällt. Sie
schmecken vorzüglich!