Paradies Kenia

Oktober / November 2008

Die kenianischen Küsten sind dort, wo der Mensch die Natur nicht für kommerzielle Zwecke zerstört hat, noch ein wahres Paradies mit üppigen Regenwäldern, ausgedehnten Mangrovensümpfen, Korallenriffen und weiten Sandstränden. Dorthin sollte dieses Mal unsere Keniareise gehen. Als Ausgangspunkt hatten wir das Boko Boko gewählt, das wir vor vier Jahren kennenlernten. Es befand sich damals an der Südküste Kenias, inzwischen sind die Besitzer des Gästehauses, Jolanda und Joachim, jedoch an die Nordküste auf ein nicht minder schönes Terrain verzogen, nicht weit von Mombasa und deshalb vom Flughafen gut zu erreichen. Wir hatten damals versprochen, wiederzukommen, und machten -vier Jahre älter geworden- den Traum wahr.

Unser Bungalow
Umgeben von tropischem Küstenregenwald bietet der Bungalow eine Oase der Ruhe. Tagsüber unterbrechen Affenherden die Stille, indem sie kreischend durch das Geäst und über das Dach toben. Der Abend gehört den Fröschen, die überall in kleineren und größeren Tümpeln ihr Quartier haben. Ihr Vorsänger, der Kantor, führt mit sonoren Lauten wie a-o, a-o das Froschkonzert an, die Froschgesellschaft antwortet mit lautem ausdauerndem Quaken, das weit über das Gelände ertönt. Nirgendwo sonst haben wir jemals ein Froschkonzert in solcher Intensität erlebt!

Da der Boko Boko - Park nun einmal kein Aufenthaltsort für Großwild ist, lernt man schnell, sich auch für kleine Tiere zu interessieren, und neben den erwähnten Fröschen gibt es auch noch andere, die man bei uns in Europa nicht alle Tage sieht. Leider haben die vielen bunten Vögel, die wir damals an der Südküste beobachten konnten, den Umzug nicht mitgemacht oder sind von Horden Indischer Krähen gefressen worden.

Frösche im Teich


 

Kleintiere

Riesentausendfüßer
Gecko

Affe

Schildkröten

 

Den Urlaub genießen....

...kulinarisch im Restaurant
...auf der Terrasse

...im erfrischenden Pool
...im Giriama-Dorf

...im hauseigenen Regenwald
...im tropischen Park
... oder unter netten Menschen.

 

Aktivitäten

Während drei Urlaubswochen hatten wir Zeit genug, die weitere Umgebung zu erforschen. Was lag näher, als unseren Freund und Safarifahrer Kombo einzuladen und für Kurzfahrten zu engagieren? Ohnehin haben die Safarifahrer wenig zu tun, da der Tourismus nach den verhängnisvollen Wahlen noch nicht wieder den alten Stand erreicht hat.
Kombo(2.v.r.) mit seiner Familie

Für zwei Tage fuhren wir nach Mikomani, Kombos Heimatdorf,wo ich im Jahr 2006 einige Wochen auf seiner Farm verbracht hatte. Ich berichte darüber auf der Seite Farmer unter der Aequatorsonne

Auf der Farm hat sich einiges verändert. Die Casurina-Bäume, die wir damals gepflanzt haben, sind schon groß geworden, alles grünt und blüht, nur fließt leider das Wasser von den Mzima-Springs nicht mehr, das sich in einem Brunnen unter der Abdeckung sammelte, ein technischer Defekt, der für die umliegenden Häuser und die angrenzende Primary-School zu einem gewaltigen Rückschritt geführt hat. Bis in Kenia sich jemand findet, der Abhilfe schaffen kann, muss meistens viel Zeit vergehen.

Unser nächster Ausflug ging in das Nguuni-Sanctuary, wo wir auf freilebendes Großwild gehofft hatten, aber wir bekamen nur Giraffen zu sehen, die hier zugewandert sind und sich reichlich vermehrt haben. Kein Wunder, denn der Mensch hat ihnen eine Tränke eingerichtet, die sie hier vor der Kulisse von Mombasas Industrie zum Bleiben veranlasst hat, und natürliche Feinde fehlen. Wir haben uns trotzdem gefreut, einen Hauch von Safari zu erleben.

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Platz der Geister am Mwazaro - Beach

Unsere interessanteste Tour mit Kombo ging ganz in den Süden von Kenia nach Mwazaro auf der Halbinsel Shimoni. Hier ist die Heimat der Digo, die noch dem ursprünglichen Geisterglauben anhängen. Unter einem riesigen uralten Baobab-Baum versammeln sie sich, um mit den Geistern ihrer Ahnen Verbindung aufzunehmen. Mir war es an dieser Kultstätte selbst ein wenig unheimlich, obwohl der Zauber heute an Wirksamkeit verloren haben soll, nachdem man den Baum mit einer Mobilfunkantenne versehen hat.

Am Strand von Mwazaro erlebten wir eine einzigartige Mangrovenlandschaft mit Korallenriffen, wo man bei Ebbe zwischen Meer und Sandflächen bummeln kann. Nach hereinbrechender Flut konnten wir eine abenteuerliche Bootsfahrt durch Mangrovenwälder unternehmen.

 

Das große Areal der Mangrovensümpfe gehört Hans von Loesch, einem Deutschen, der das Gebiet aufkaufte und die Mangrove-Lodge hier errichtet hat. In seinem fesselnden Buch "Afrikanisches Schach" beschreibt er sein Leben mit den Geistern (auf der Toilette hört man ihre klagenden, geheimnivollen Laute wie ein Raunen in den Wipfeln des Baobab) und seine unglaublichen Mühen, seine Baupläne zu verwirklichen, eine Lektüre für Abenteurer, Aussteiger und Individualisten.

Mangroven und Korallen

Lodge auf Korallenriff
Kombo und Winfried in v. Loeschs Haus

Traumhafte Landschaft
Strand " where God makes holiday"

Kingfisher im Mangrovendschungel
Auf der Bootsfahrt durch die Creeks

Die Krönung unseres Mangroventrips bildete das feiste Krokodil, dem wir hier so nahe kamen wie nie zuvor.

Trotz Hochsommer am Äquator, Regen, Schnee und Eis in Deutschland müssen wir im November unser Paradies verlassen. Tschüss Kenia!

 

 

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